Tag Archives: Omnitronic PM311P

Test: Omnitronic PM-311P – DJ Mixer

3 Mai

Und weiter geht es im Rahmen des Steinigke Streetteams. Diesmal steht ein 3-Kanal DJ Mixer mit integriertem mp3 Player zum Test. Genauer gesagt hat ein Omnitronic PM-311P den Weg aus Waldbüttelbrunn nach Dortmund gefunden. Aber der Reihe nach…

- klein aber fein?! -

– klein aber fein?! –

-Auf die Größe kommt es an-

Schon als ich das Paket aus dem Hause Steinigke in den Händen hielt war die Verwunderung groß. Oder sollte ich ehr „klein“ sagen?! Ohne vorher genauer die technischen Daten gecheckt zu haben, erwartete ich einen 3-Kanal Mixer nahe des 10“ Formats. Weit gefehlt, beim Öffnen der schlichten aber schicken Verpackung kommt ein Mixer im Format eines Taschenbuches zum Vorschein. Die Bauhöhe orientiert sich an aktuellen DJ-Controllern wie Natives S4 oder Numarks NS6 und lässt Omnitronics kleinen Boliden zwischen zwei Turntables oder CDJs regelrecht versinken. Dies soll dem Spaß aber keinen Abbruch tun und kann durch einfaches Unterbauen gelöst werden. Größe ist halt doch nicht alles! Oder etwa doch?!

Das Layout ist, der kleinen Bauform des Mixers geschuldet sehr eng! Während ich mit meinen, zugegebener maßen nicht grazienhaften Fingern, in den einzelnen Kanalzügen,bestehend aus Source-Select, Gain, 3-Band Equalizer und Cue-Select, noch gut zurecht komme, muss ich in der Cue/Master/Mic Sektion schon genauer aufpassen nicht versehentlich zwei Potis gleichzeitig zu verstellen.

Neben den räumlichen Schwierigkeiten wird der geneigte Knöpfchendreher hier mit einem „zum Haare raufenden“ Layout konfrontiert! Bei jedem DJ-Mixer auf dem aktuellen Markt findet sich die Cue-Sektion (Headphone-Volume, Cue/Mix Poti) in einer der beiden unteren Ecken oder an der Frontseite des Gehäuses. Anders beim PM-311P!

Omnitronic nimmt sich die Freiheit und positioniert diese direkt unterhalb des Master-Reglers und tauscht zusätzlich noch Position von Cue/Mix- und Headphone-Volume Poti! Damit liegen Master- und Headphone Volume nun genau untereinander. Verwechselungen und versehentliches Verstellen vorprogrammiert!

Den so freigewordenen Platz am rechten unteren Rand des Mixers nimmt nun die Mic-Sektion mit 2-Band Klangregelung und Talk-Over Funktion ein. Der benötigte Anschluss findet sich auf der Rückseite des Mixers. Aber zum Anschluss-Panel später mehr.

-Gimmik oder Backup-

Oberhalb der, zwischen Master- und Cue-Level umschaltbaren, Pegelanzeige ist der integrierte mp3-Player platziert. Dieser bietet die Möglichkeit mithilfe von drei Navigationstasten (Back, Play/Pause, Forth) mp3 Files von USB Speichermedien (FAT32 bis 32GB) über den zweiten Kanalzug abzuspielen. Eine Navigation durch Ordner ist nicht möglich, was dem Spaß aber keinerlei Abbruch tut. Tracks auf der ersten Speicherebene werden problemlos in alphabetischer Reihenfolge abgespielt. Kanal 1+2 sind fest dem stramm laufenden und weich überblendendem Crossfader zugeordnet.

-Anschlüsse und wo man sie nicht erwartet-

Kommen wir zum Anschlussfeld. Dabei wähle ich bewusst einen Singular, denn wirklich alle Anschlüsse, auch der Headphone-Out finden sich auf der Rückseite des PM-311P! Auch wenn man als DJ umgangssprachlich hinterm Pult steht, wird sich bei diesem Detail jeder verblüfft den Kopf kratzen und schnell denn Sinn einer derartig positionierten Kopfhörer Buchse hinterfragen! Erklären können es uns wenn überhaupt Omnitronics Produktdesigner.

Neben der immigrierten aber nicht akzeptierten Kopfhörer-Buchse, finden sich rückseitig folgende Anschlüsse:

  • Power-In (AC 12V) + Druckschalter
  • Master-Out (RCA)
  • Rec-Out (RCA)
  • Channel 1-3 Line-In (RCA)(Ch. 1+3 umschaltbar auf Phono, Ch. 3 auf USB-Player)
  • Mic-In (6,3mm Klinke)
  • Erdungsschraube
- die verirrte Kopfhörerbuchse -

– die verirrte Kopfhörerbuchse –

-Klang und Verarbeitung-

Für den verlangten Straßenpreis bietet Omnitronic mit dem PM-311P eine annehmbare Qualität. Alle Potis bieten einen angenehmen Drehwiderstand und sitzen relativ fest. Rote LEDs, sowohl am Talk-Over Taster, als auch in der Input-Select- und Cue-Sektion, lassen keinen Zweifel über den derzeitigen Status aufkommen. Ein solide Metallgehäuse und an den Seiten befindliche Gewinde zur Montage optionaler Rackwinkel runden das Bild ab.

Auch klanglich zeigt sich Omnitronics Bolide unauffällig, solange man sowohl im Master als auch im Channel, strickt auf 0db pegelt. Weicht man nur leicht vom Optimalpegel ab, macht sich dies mit erheblichen Einbußen in Dynamik und Klang bemerkbar. Der Sound wirkt matschig und stark komprimiert.

Gain-Vorstufe und Headphone-Out sind ausreichend laut dimensioniert, sodass auch leise Platten entspannt vorgehört werden können.

- mit etwas Unterbau passt er gut aufs Pult -

– auch nach zahlreichen Stunden immernoch ein gewöhnungsbedürftiges Layout –

-Klein aber fein? – das Fazit!-

Dem kann ich leider nicht ganz zustimmen! Der gebotenen Qualität bin ich, gerade im Anbetracht des Preises nicht mal abgeneigt. Was mich stört ist das Layout! Mir ist unerklärlich was Omnitronic sich dabei gedacht oder eben auch nicht gedacht hat. Selbst nach mehreren Stunden und etlichen Mixen habe ich noch ständig falsche Potis in der Hand! Für mich persönlich das absolute K.O. Kriterium!

Hingegen hat mich der integrierte USB-Player mit seiner Einfachheit fasziniert . USB-Stick rein, Fader hoch und einfach Musik hören. Klein fein, unkompliziert und ein super Backup.

Insgesamt schickt Omnitronic mit dem PM-311P einen Einstiegsmixer mit erweitertem Funktionsumfang ins Rennen, der durch ein paar kleine Details wie das Layout und die rückseitige Kopfhörerbuchse leider weit zurückgeworfen wird.

Steffen Schulte, Dortmund Mai 2013

Steinigke Streetteam

Advertisements