Test: Omnitronic DJS-2000 – Media/ CD-Player mit Midi Funktion

21 Aug Omnitronic DJS - Media/ CD-Player mit Midi Funktion

Mit dem DJS-2000 wirft Omnitronic scheinbar die eierlegende Wollmilchsau auf den Markt, so sollte man zumindest meinen. Massig Features wie Midi, USB, CD, Hot-Cues, Auto-Loops und Samples kommen in einem schicken, stark an den Pioneer CDJ 400 angelehnten, Gehäuse daher. Im Rahmen des Steinigke Streetteams schauen wir uns diesen Boliden einmal genauer an und hinterfragen Sinn und Unsinn mancher Features.

Omnitronic DJS - Media/ CD-Player mit Midi Funktion

– Omnitronic DJS-2000 –

Verarbeitung:

Schon beim ersten Kontakt war ich von der Verarbeitungsgüte beeindruckt. Das für Tabletop CD-Player, heute obligatorische Kunststoffgehäuse macht einen wertigen Eindruck. Alle Buttons, viele davon beleutet sind gummiert und weisen einen stehts identischen, eindeutigen Druckpunkt auf.

Das Jogwheel ist gut gewichtet und hat einen angenehmen Widerstand. Anders als bei Pioneer erfolgt die Lagerung hier über eine zentrale Achse und nicht über einen umlaufenden Rollenring. Trotz dieser erhöhten Hebelwirkung war auch bei höherem Druck kein „Kippeln“ des Jogwheels zu erkennen.
Insgesamt war ich von Erscheinungsbild und Verarbeitung sehr überrascht! Beim aufgerufenen Preis hätte ich da weit weniger erwartet!

Trackbrowsing:

Nach dem Einschalten begrüßt einen ein freundliches „Hello DJ“ im Display. Das mittlerweile übliche Slot-In Laufwerk liest alle CDs zügig und auch die Navigation auf vollgepackten USB-Sticks geht flüssig von der Hand. Kunden des Itunes Stores, mich eingeschlossen dürften den Player allerdings direkt von ihrer potentiellen Wunschliste streichen, da AIFF und AAC Formate nicht unterstützt werden. In meinen Augen ein echtes K.O. Kriterium!

Nachdem ein Track im richtigen Format gefunden ist, versuche ich im Vinyl Modus manuell einen Cuepunkt zu setzten und stehe prompt vor dem ersten Problem…

- Cue-Punkte setzen im Vinyl Modus, eine Herausforderung -

– Cue-Punkte setzen im Vinyl Modus, eine Herausforderung –

Cue-Punkt:

Suche ich mit einer Hand auf der „Platte/Jog“ den gewünschten Punkt, ist es mir im „Vinyl-Modus“ nicht möglich mit der Cue oder Play/Pause Taste einen Cue-Punkt zu setzen (weder Pioneer- noch Denon-Cue).
Als Work-Arround kann man einen Cue-Punkt durch drücken der Loop-In Taste setzen! Ob dies nun ein „Feature“ ist soll jeder für sich selbst entscheiden…

Eine weitere Eigenart im Vinylmodus zeigt sich sobald der Player pausiert ist und man am Jogwheel Außenring dreht. Anstatt eine Vinyl zu simulieren, ertönt das „Pitchbend Mode“ typische abspielen einzelner Frames, was es einem nun zwar ermöglicht einen Cuepunkt auf herkömmliche Art zu setzen, allerdings hinterfrage ich an dieser Stelle abermals den Sinn des Vinyl-Modes…

Der Vollständigkeit halber möchte ich anmerken das der „Pitchbend-Mode“ vollkommen unproblematisch abläuft und sich jeder schnell zurecht finden sollte (Denon Cue).

Pitch und Pitchbend:

Hat man nun seinen Cue-Punkt gesetzt geht es ans Einpitchen des gewählten Tracks. Leider steht hier nur eine maximale Auflösung von 0,1% am Pitchfader zur Verfügung. Heutiger Standart sind 0,02% wobei Numark mit seinem NDX 400 sogar einen Player im gleichen Preissegment bietet, welcher die 0,01% Marke knackt!
Diese geringe Auflösung zieht beim DJS-2000 häufiges „Nachdrehen/ Pitchbenden“ nach sich, wo wir auch schon bei der nächsten Eigenart des Omnitronic Flaggschiffs sind!

Der Pitchbend läuft nach! Nutze ich den Rand des Jogwheels zum Pitchbend, läuft dieser nach. Sprich, auch wenn das Jogwheel schon wieder steht, pitchbendet der Player noch eine gewisse Zeit weiter (1/3 sek – 1/2 sek). Das gleiche Verhalten legen auch viele Reloop RMPs an den Tag und machen das Nachdrehen dadurch sehr ungenau und wenig intuitiv.

Als wäre dies nicht schon genug ist der Pitchbend am DJS-2000, mithilfe des Jogwheels, in meinen Augen fernab der angestrebten Vinyl-Emulation!

Bremst man über längeren Zeitraum mit gleicher Intensität am Jogwheel (dreht mit gleich bleibender Geschwindigkeit rückwärts), bremst der Player den Track immer stärker, je länger man dreht. Dies geht bis zum totalen Stillstand des Tracks (Pitch -100%). Normal wäre bei konstantem Rückwärts-Drehen ein konstanter negativer Pitchbend Wert (Funktionsgerade mit Steigung = 0) und nicht, wie vorliegend ein lineare Bremsung bis zum Stillstand (Funktionsgerade mit Steigung < 1)

Im korrekten Fall müsste die Pitchbend Intensität des Jogwheels von der Winkelgeschwindigkeit abhängig sein und nicht wie hier, von der totalen Winkeländerung seit dem letzten Stillstand des Jogwheels!

Mir ist bewusst das Pitchbend Tasten genau nach diesem Prinzip funktionieren (je länger ich dauerhaft drücke, desto höher steigt der aktuelle Pitchbend-Wert), doch lässt sich dies nicht logisch auf ein Jogwheel übertragen! Hier sind sowohl Dauer und Intensität der Eingabe von Bedeutung!

Erwähnung sollte allerdings finden, dass dieses, für mich total sinnlose Verhalten, detailliert in der gut dokumentierten Bedienungsanleitung nieder geschrieben ist. Den geneigten Käufer sollte es damit nicht vor böse Überraschungen stellen. Fraglich ist natürlich ob Anfänger, auf die der Omnitronic DJS-2000 sicherlich zielt, sich dieser Unterschiede im Pitchbend-Verhalten bewusst sind und zu deuten wissen?!

- Display, Effekt- und Autoloopbedienung -

– Display, Effekt- und Autoloopbedienung –

Loops und Auto-Loops:

Mit etwas Geschick gehen manuelle Loops leicht von der Hand, ein Nachkorrigieren des Loop-Outs ist über drücken der „Out“ Taste und drehen des Jog-Wheels ebenso möglich.

Wer sich allerdings auf Autostops verlassen möchte wird bitter enttäuscht. Nur selten sind Loops wirklich rund und laufen ohne manuelle Korrektur, gerade bei geringeren Geschwindigkeiten (<100 BPM) lässt die Genauigkeit immer weiter nach. Hinzu kommt die fehlerhafte Anzeige der Loop-Länge. Der ausgewählte Autoloop wird bei korrekt ermittelten BPM immer mit Faktor vier multipliziert gespielt! Das heißt: Wähle ich in der Anzeige einen 1 Beat-Loop aus, spielt der Player einen 4er Loop. Steht in der Anzeige ein 4er Loop, spielt der Player eine Schleife mit sechzehn Schlägen! Hier sollte Omnitronic dringend seine Hausaufgaben machen und zügig via Firmware Update nachbessern!

Hotcue Sampler

– Hotcues und Sampler –

Hotcues und Sampler:

Es stehen vier Hotcues zur Verfügung, deren Status durch zweifarbig beleuchtete Tasten (Blau – Hotcue ; Violett – Sample) gut ablesbar ist. Insgesamt lassen sich für 500 Tracks jeweils vier Hotcues und Hotloops speichern. Die Daten werden scheinbar intern auf dem DJS-2000 gespeichert. Was allerdings geschieht, sollte dieser Speicher einmal voll sein, verschweigt auch die gute Bedienungsanleitung.

Parallel zu den vier Hotzes steht auch ein 4-Slot Sampler mit einstellbarer Slot-Lautstärke und Geschwindigkeit zur Verfügung. Jeder Slot fasst eine Länge von fünf Sekunden, die nicht variable ist. Dies hat den Nachteil das in 99% aller Fälle immer unerwünschte Teile des gesampelten Tracks mit zu hören sind, denn welcher Shout oder welche Melodie geht schon genau fünf Sekunden?!

Effekte:

Darüber ob ein CD-Player nun interne Effekte braucht kann man sich streiten, ich meine diese sind am Mixer besser aufgehoben. Trotzdem bietet der DJS-2000 wohl die drei beliebtesten Effekte Echo, Flanger und Filter. Die Effekte klingen ordentlich und lassen sich über die Parameter-Tasten gut kontrollieren. Ich hätte mir gewünscht das man als Dry/Wet (Ratio) anstatt des Jogwheels, beispielsweise den Brake Poti verwendet, sodass sich gleichzeitig zum Effektieren des Signals auch Scratchen oder Pitchbenden lässt.

- Start- und BrakeTime -

– Start- und BrakeTime –

Start- und BrakeTime:

Um noch mehr Vinyl-Feeling zu vermitteln hat Omnitronic eine regelbare Anlauf- bzw. Auslaufsimulation des „Plattentellers“ integriert. Diese soll das langsame Anlaufen bzw. Auslaufen einer Schallplatte simulieren.
Leider ist dies Funktion, wie eigentlich fast alles an diesem Player, nur im Pitchbend Mode brauchbar. Drücke ich hier „Pause“ läuft der Track langsam aus!
Verfahre ich im Vinylmodus identisch, passiert nach Betätigung der Pause-Taste gar nichts außer das der Track normal pausiert. Um den Auslaufvorgang zu starten muss eine Hand aufs Jogwheel gelegt werden. Soweit nicht schlimm, nur bewege ich nun das Jogwheel um wenige Grad bleibt der Track schlagartig stehen! Gerade in Bereichen wo verstärkt Vibrationen auftreten absolut unbrauchbar!

Link Funktion:

Konnte ich mangels eines zweiten Players leider nicht testen. Vom Prinzip aber durchdacht und praxistauglich. Andere Hersteller wie Pioneer oder Denon lösen dies zwar etwas eleganter (Lan Kabel) aber hier muss auch meist etwas mehr Geld auf den Tisch gelegt werden.

Midi-Funktion:

Für mich die beste Funktion des ganzen Geräts! Erst als Midi-Controller und mit einem selbst zusammen gebastelten Traktor Mapping hatte ich etwas Spaß mit dem DJS-2000.
Das Gerät erlaubt es gleich zwei Decks durch Umschalten zu steuern. Der Umschaltvorgang erfolgt via einfachen Druck auf den entsprechenden Button am linken untern Displayrand und wird durch eine eindeutige Anzeige des gerade ausgewählten Decks im Display quittiert.

Schade das es an dieser Stelle keine fertigen Mappings für die gängigen Softwarelösungen (Traktor, Serato, VDJ, MixVibes, etc.) gibt. Den ich glaube kein Anfänger, an den sich das Produkt nunmal richtet, hat Lust oder das Können sich erst ein eigenes Midi-Mapping mit allen Schikanen zu basteln.

Erschwerend kommt hinzu das in der Dokumentation zwar die Midi Out Befehle für die Tasten hinterlegt sind aber die In-Befehle für die LEDs fehlen! Bei beleuchteten Tasten ist dies kein Problem, da man diese durch die Learn Funktion anlernen kann. Hingegen tappte ich bei anderen LEDs die nicht direkt mit einer Taste verknüpft sind (Bsp. Tempo Range und Jogwheel Mode) bis zum Schluss im sprichwörtlichen Dunkel! (Ich liebe schlechte Wortspiele😛 )

Überblick:

+ Verarbeitung
+ Midi-Funktion (viele beleuchtete Buttons)
+ ausführliche Bedienungsanleitung

– kein AIFF und AAC Format
– Cue-Verhalten
– gernige Auflösung Pitch
– Pitchbend Verhalten
– Sampler unbrauchbar
– Autoloops falsch angezeigt und nicht rund

Fazit:

Insgesamt überzeugt mich der Player nicht! Vielmehr ist er in meinen Augen komplett durchgefallen! Spielereien wohin das Auge reicht, ohne aber die grundlegenden Funktionen (Cue, PitchBend) zufriedenstellend zu erfüllen! Zwar sicherte mir Steinigke zu alle genannten Probleme zu prüfen und ggfl. nachzubessern, doch bekomme ich aktuell bei anderen Herstellen einfach bessere Produkte für ähnliches Geld! (Bsp.: Numark NDX400 oder Denon SC-2900)

Steffen Schulte, Dortmund  August 2014
http://www.facebook.com/VincentSonore

Steinigke Streetteam

Test: Omnitronic PM-311P – DJ Mixer

3 Mai

Und weiter geht es im Rahmen des Steinigke Streetteams. Diesmal steht ein 3-Kanal DJ Mixer mit integriertem mp3 Player zum Test. Genauer gesagt hat ein Omnitronic PM-311P den Weg aus Waldbüttelbrunn nach Dortmund gefunden. Aber der Reihe nach…

- klein aber fein?! -

– klein aber fein?! –

-Auf die Größe kommt es an-

Schon als ich das Paket aus dem Hause Steinigke in den Händen hielt war die Verwunderung groß. Oder sollte ich ehr „klein“ sagen?! Ohne vorher genauer die technischen Daten gecheckt zu haben, erwartete ich einen 3-Kanal Mixer nahe des 10“ Formats. Weit gefehlt, beim Öffnen der schlichten aber schicken Verpackung kommt ein Mixer im Format eines Taschenbuches zum Vorschein. Die Bauhöhe orientiert sich an aktuellen DJ-Controllern wie Natives S4 oder Numarks NS6 und lässt Omnitronics kleinen Boliden zwischen zwei Turntables oder CDJs regelrecht versinken. Dies soll dem Spaß aber keinen Abbruch tun und kann durch einfaches Unterbauen gelöst werden. Größe ist halt doch nicht alles! Oder etwa doch?!

Das Layout ist, der kleinen Bauform des Mixers geschuldet sehr eng! Während ich mit meinen, zugegebener maßen nicht grazienhaften Fingern, in den einzelnen Kanalzügen,bestehend aus Source-Select, Gain, 3-Band Equalizer und Cue-Select, noch gut zurecht komme, muss ich in der Cue/Master/Mic Sektion schon genauer aufpassen nicht versehentlich zwei Potis gleichzeitig zu verstellen.

Neben den räumlichen Schwierigkeiten wird der geneigte Knöpfchendreher hier mit einem „zum Haare raufenden“ Layout konfrontiert! Bei jedem DJ-Mixer auf dem aktuellen Markt findet sich die Cue-Sektion (Headphone-Volume, Cue/Mix Poti) in einer der beiden unteren Ecken oder an der Frontseite des Gehäuses. Anders beim PM-311P!

Omnitronic nimmt sich die Freiheit und positioniert diese direkt unterhalb des Master-Reglers und tauscht zusätzlich noch Position von Cue/Mix- und Headphone-Volume Poti! Damit liegen Master- und Headphone Volume nun genau untereinander. Verwechselungen und versehentliches Verstellen vorprogrammiert!

Den so freigewordenen Platz am rechten unteren Rand des Mixers nimmt nun die Mic-Sektion mit 2-Band Klangregelung und Talk-Over Funktion ein. Der benötigte Anschluss findet sich auf der Rückseite des Mixers. Aber zum Anschluss-Panel später mehr.

-Gimmik oder Backup-

Oberhalb der, zwischen Master- und Cue-Level umschaltbaren, Pegelanzeige ist der integrierte mp3-Player platziert. Dieser bietet die Möglichkeit mithilfe von drei Navigationstasten (Back, Play/Pause, Forth) mp3 Files von USB Speichermedien (FAT32 bis 32GB) über den zweiten Kanalzug abzuspielen. Eine Navigation durch Ordner ist nicht möglich, was dem Spaß aber keinerlei Abbruch tut. Tracks auf der ersten Speicherebene werden problemlos in alphabetischer Reihenfolge abgespielt. Kanal 1+2 sind fest dem stramm laufenden und weich überblendendem Crossfader zugeordnet.

-Anschlüsse und wo man sie nicht erwartet-

Kommen wir zum Anschlussfeld. Dabei wähle ich bewusst einen Singular, denn wirklich alle Anschlüsse, auch der Headphone-Out finden sich auf der Rückseite des PM-311P! Auch wenn man als DJ umgangssprachlich hinterm Pult steht, wird sich bei diesem Detail jeder verblüfft den Kopf kratzen und schnell denn Sinn einer derartig positionierten Kopfhörer Buchse hinterfragen! Erklären können es uns wenn überhaupt Omnitronics Produktdesigner.

Neben der immigrierten aber nicht akzeptierten Kopfhörer-Buchse, finden sich rückseitig folgende Anschlüsse:

  • Power-In (AC 12V) + Druckschalter
  • Master-Out (RCA)
  • Rec-Out (RCA)
  • Channel 1-3 Line-In (RCA)(Ch. 1+3 umschaltbar auf Phono, Ch. 3 auf USB-Player)
  • Mic-In (6,3mm Klinke)
  • Erdungsschraube
- die verirrte Kopfhörerbuchse -

– die verirrte Kopfhörerbuchse –

-Klang und Verarbeitung-

Für den verlangten Straßenpreis bietet Omnitronic mit dem PM-311P eine annehmbare Qualität. Alle Potis bieten einen angenehmen Drehwiderstand und sitzen relativ fest. Rote LEDs, sowohl am Talk-Over Taster, als auch in der Input-Select- und Cue-Sektion, lassen keinen Zweifel über den derzeitigen Status aufkommen. Ein solide Metallgehäuse und an den Seiten befindliche Gewinde zur Montage optionaler Rackwinkel runden das Bild ab.

Auch klanglich zeigt sich Omnitronics Bolide unauffällig, solange man sowohl im Master als auch im Channel, strickt auf 0db pegelt. Weicht man nur leicht vom Optimalpegel ab, macht sich dies mit erheblichen Einbußen in Dynamik und Klang bemerkbar. Der Sound wirkt matschig und stark komprimiert.

Gain-Vorstufe und Headphone-Out sind ausreichend laut dimensioniert, sodass auch leise Platten entspannt vorgehört werden können.

- mit etwas Unterbau passt er gut aufs Pult -

– auch nach zahlreichen Stunden immernoch ein gewöhnungsbedürftiges Layout –

-Klein aber fein? – das Fazit!-

Dem kann ich leider nicht ganz zustimmen! Der gebotenen Qualität bin ich, gerade im Anbetracht des Preises nicht mal abgeneigt. Was mich stört ist das Layout! Mir ist unerklärlich was Omnitronic sich dabei gedacht oder eben auch nicht gedacht hat. Selbst nach mehreren Stunden und etlichen Mixen habe ich noch ständig falsche Potis in der Hand! Für mich persönlich das absolute K.O. Kriterium!

Hingegen hat mich der integrierte USB-Player mit seiner Einfachheit fasziniert . USB-Stick rein, Fader hoch und einfach Musik hören. Klein fein, unkompliziert und ein super Backup.

Insgesamt schickt Omnitronic mit dem PM-311P einen Einstiegsmixer mit erweitertem Funktionsumfang ins Rennen, der durch ein paar kleine Details wie das Layout und die rückseitige Kopfhörerbuchse leider weit zurückgeworfen wird.

Steffen Schulte, Dortmund Mai 2013

Steinigke Streetteam

Test: Omnitronic DMP-202 Dual USB/CD Player

13 Dez

Schon vor Beginn des Test, im Rahmen des Steinigke Streetteams und dem flüchtigen Blick auf die Feature-Liste kommen erste Zweifel an der eindeutigen Geräte-Klasse auf. Und genauso kam es, ebenso schnell wie das Paket vor meiner Tür lag, stellte sich mir die Frage nach dem eigentlichen Einsatzzweck des Probanden. Zwar kein vollwertiger Doppel-CD-Player, geizt der Omnitronic DMP-202 keinesfalls mit Zusatz-Featuren. Schnell entsteht der der Eindruck als würde der Player etwas zwischen den Stühlen stehen. Ob Fisch oder Fleisch soll der nachfolgende Test etwas genauer beleuchten. Aber der Reihe nach…

Omnitronic DMP-202

-Auspacken und dann weiter… –

Geliefert wird der Player samt gut gegliederter, deutscher Bedienungsanleitung, zwei Cinch-Kabeln, sowie dem benötigten Netzkabel mit Eurostecker, zur Stromversorgung. Außerdem sind Gummifüße zur optionalen Montage für den „Nicht-Rackeinbau“ beigelegt.

Nach dem Auspacken, hält man einen solide verarbeiteten Doppel-CD/USB Player in der Hand, der auf lediglich einer Höheneinheit zwei komplette Player-Einheiten inklusive Laufwerken und USB Slots bereitstellt. Der erste durchweg positive Eindruck wird durch, zu wenig eingesenkte Schrauben auf Ober- und Unterseite des Gehäuses etwas geschmälert, was aber angesichts des Preises und der sonst durchweg soliden Verarbeitung, zu verschmerzen ist. Alle Tasten, teilweise rot und blau hintergrundbeleuchtet, sind aus Gummi und weisen einen angenehmen Druckpunkt auf, dessen Überwinden durch ein eindeutiges Klicken quittiert wird. Die blauen LED Matrix-Displays sind zweizeilig aufgebaut und erlauben auch unter flachen Blickwinkeln ein problemloses Ablesen von Titelinformationen und Zeitangaben, dabei kann zwischen den Einstellungen Elapse- , Remain-, und total Remaining-Time gewählt werden, wobei letztere Einstellung nur bei der Arbeit mit Audio-CDs zur Verfügung steht. Alle Bedienelemente sind sinnvoll und gut erreichbar angeordnet und sollten keinem Anwender vor große Herausforderungen stellen. Ebenso unauffällig kommt der Klang daher. Klar, druckvoll und ohne Rauschen, hat man hier keine bösen Überraschungen zu erwarten. (Audio-CD an Adam A8x). Anders in anderen Bereichen, aber eins nach dem anderen…

-Funktionen & Bedienung-

Geschuldet durch das flache Design verzichtet der DMP-202 auf ein Jogwheel, sowie einen Pitchfader. Stattdessen wird die Funktion des des fehlenden Faders durch Pitch +/- Tasten übernommen. Auf den ersten Blick zwar etwas umständlich aber bei der Bauhöhe nicht vermeidbar, zeigen sich auf den zweiten Blick doch erhebliche Schwächen, die den Player für die meisten DJ-Anwendungen disqualifizieren. Zwar wird ein Pitchbereich von +/- 16% abgedeckt, allerdings ist dieser nur mit einer Genauigkeit von einem Prozent einzustellen und verfügt auch über keinen KeyLock (Mastertempo). Eine Pitchbend Funktion fehlt gänzlich, was Beatmatching und somit taktgenaue Übergänge vollends ausschließt.

Der Cue Punkt wird Denon-typisch durch Pausieren und erneutes Starten des Tracks gesetzt. Wobei erwähnt werden muss, dass keine Möglichkeit des frame-genauen Setzens besteht.

Weiterhin bietet der Player über verschiedene Abspielmodi (Single, Continius, Repeat, Shuffle), die Option eine Titelreihenfolge aus maximal 20 Titeln innerhalb eines Mediums zu programmieren und wiederzugeben. Beeindruckend genau und einfach fällt die Loop-Funtion ins Bild. Zwar ohne Loop-In/Out Adjust ausgestattet, gelingen aber durch den definierten Druckpunkt der Tasten auf Anhieb saubere Loops, die mittels der Reloop-Taste jederzeit wieder anwählbar sind.

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-Track-Navigation & Medien-

Mit einem USB-Slot und einem Laufwerk pro Playereinheit, scheint der DMP-202 hier seine Stärken voll auszuspielen. Aber der anfängliche Schein trügt! Leider wird die Wiedergabe von nur wenigen Formaten unterstützt.(mp3 und Audio-CD). Zwar verschlingt der Player USB-Sticks bis zu einer beachtlichen Größe von 32 GB und das Slot-In Laufwerk wartet mit einem der schnellsten mir bekannten Einzüge und einer annehmbaren Ladezeit auf, jedoch vermisse ich als dauerhafter Kunde im iTunes Store, die Unterstützung des AAC, sowie AIFF Formats, schmerzhaft. Die angegebene Anti-Shock Zeit der Laufwerke von 40 Sekunden wurde in meinen Tests mit Audio-CDs mehrfach um ca. 15 Sekunden unterschritten. Nicht weiter tragisch und immer noch absolut ausreichend, allerdings hätte ich mir eine ehrliche Angabe im Manual gewünscht.

Eine weitere Besonderheit zeigt sich beim entspannten Browsen durch die Track-Libary. Anders als allgemein üblich, zeigt der DMP-202 nicht den Inhalt der hinterlegten mp3Tags, sondern lässt den Dateinamen der Tracks durchs blaue Display laufen. Eine wichtige Eigenart, die einem schnell das Genick brechen kann, denke ich dabei an meine Beatport-Einkäufe mit endlosen Listennummern im Dateinamen. Leider findet diese Eigenart keinerlei Anmerkung in der beigelegten Bedienungsanleitung und tritt erst beim selbstständigen Testen ans Tageslicht. Ebenso wie die Tatsache, dass Ordnernamen, anders als Dateinamen, keinen Durchlauf im Display zeigen. Also aufgepasst mit langen Ordnernamen, deren Unterschied sich lediglich in den letzten Zeichen ergeben. Liegt die Differenzierung der Ordner hinter dem zehnten Zeichen, ist sie auf dem DMP-202 nicht mehr erkennbar. Kennt man diese Besonderheiten, geht das Browsen flüssig von der Hand und bedarf keiner weiteren Vorkenntnisse. Positiv zu erwähnen sei noch die Lock-Funktion für gerade verwendete Medien. Wird gerade aktiv auf ein Medium zugegriffen, ist ein Wechsel nicht Möglich. So zeigt die Betätigung der Eject- oder USB/CD Select Taste erst nach Pausieren des aktuell laufenden Tracks ihre Wirkung. Ein nettes Feature, das peinliche Momente vermeiden kann.

-Wohin den nun…?-

Auch nach meinem Test kann ich die Frage nach dem Einsatzzweck nur teilweise beantworten. Seinen Dienst im mobilen DJ-Rack, kann ich mir aufgrund des eingeschränkten Pitch- und Cueing-Verhalten nur schwer vorstellen. Bleibt nur noch die Installation in der Gastronomie, Tanzschulen oder als Pausen CD-Player im Effekt-Rack bei Live-Gigs. Aber seien wir mal ehrlich, welcher Gastronom oder Tanzlehrer braucht eine derartige Loop-Funktion und setzt diese sinnvoll ein. Ich möchte nicht stundenlang den großen Wickler zu einem gesetzten Loop tanzen. Discofox tanzt man zu ganzen Tracks und nicht zu ein paar Takten.

Letztlich muss jeder selbst entscheiden welche Funktionen benötigt und auf was verzichtet werden kann. Entscheidet man sich jedenfalls für den Omnitronic DMP-202, bekommt man einen soliden Doppel-CD/USB Player in schmalster Bauweise, zu einem ebenso schmalen Kurs. Kleine Tücken muss man kennen, kann sie dann aber auch schnell lieben lernen, hat man seinen Workflow einmal darauf angepasst.

Man muss ihn zu nehmen wissen, ganz nach dem Motto:

Der beste Tänzer ist nur so gut wie seine Partnerin“ 

Steffen Schulte, Dortmund 2012

Steinigke Streetteam

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